Gebet in der Zeit der Corona-Pandemie

Herr Jesus Christus!

In dieser Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt kommen
wir zu Dir mit unseren Gedanken und Ängsten, unseren Sorgen und Fragen, und
bitten Dich:

• für alle, die verunsichert sind und Angst haben, dass sie besonnen und
nüchtern das Notwendige tun und niemanden gefährden,

• für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz
um die Kranken kümmern, dass sie selbst gesund bleiben und nicht den Mut
verlieren,

• für die politisch Verantwortlichen in unserem Land, dass sie mit Augenmaß
und Verantwortung weiterhin mutige Entscheidungen zum Wohl aller Menschen
treffen,

• für alle, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen und für die,
die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen, dass sie Wege
durch die Krise finden und in der Notlage nötige Hilfe bekommen,

• für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden, dass sie
nicht von anderen beschuldigt und an den Pranger gestellt werden,

• für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert
waren:

Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und
der Fürsorge, damit wir uns innerlich nicht voneinander entfernen, sondern
zusammenrücken.

Stärke in allen die Fantasie, Wege zu finden, miteinander in Kontakt zu
bleiben und uns gegenseitig zu ermutigen und zu unterstützen.

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, unser Gemeindeleben zu
gestalten und Gottesdienst miteinander zu feiern, so lass uns im Gebet mit
Dir und durch Dich untereinander verbunden sein.

Auf manches müssen wir nun überraschend verzichten. Wir erleben, dass unsere
Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrochen werden. Herr, unser Gott, darum
wir bitten Dich: Schenk uns besonders in dieser Passionszeit die Gnade,
unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern!

Wir wollen die Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen und uns mit
allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.
Dieses Virus erinnert uns daran, dass wir alle in einer großen Gemeinschaft
verbunden sind, und dass unsere Grenzen uns nicht trennen, sondern in
unserem Erleben verbinden.

Treuer Gott, und gerade darum wollen wir die Frauen, Männer und Kinder auf
der Flucht nicht vergessen: aus Syrien, an der Grenze zwischen der Türkei
und Griechenland, die verzweifelt versuchen, nach Europa zu gelangen. Für
sie gibt es keine Vorkehrungen, keinen Schutz, keine Heilung und wenig
Hoffnung. Lass uns nicht gleichgültig werden. Lass uns nicht aufhören,
menschliche Lebensbedingungen bei unseren Regierungen für sie zu fordern und
uns dafür einzusetzen.

Deine Gnade macht nicht Halt vor den Grenzen, die wir aufrichten, sondern
gilt allen Menschen jeden Morgen neu. Dir sei Lob und Ehre in Ewigkeit.
Amen.