Der Konfirmationstag

Anregungen zur Gestaltung

Mein Kind wird konfirmiert – manche Mutter, mancher Vater sagt das auch mit einem Stoßseufzer. Die Tochter, der Sohn soll “ein schönes Fest” bekommen. Aber wie? Mit den nachfolgenden Überlegungen wollen wir Ihnen – ganz unverbindlich – einige Hinweise geben.

Gäste

Ganz sicher gibt es an diesem Tag Verpflichtungen, die bei der Einladung zu einem solchen Familienfest unumgänglich sind. Trotzdem soll diese nicht allein ausschlaggebend sein. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sollten mitreden können und die Möglichkeit haben, Freundinnen oder Freunde, denen sie sich besonders verbunden fühlen, ebenfalls einzuladen.

Essen

Erwachsene verbinden mit einem Fest gern die Vorstellung von einem festlichen Essen. Und das hat seinen guten Sinn. Nur – Konfirmandinnen und Konfirmanden denken an diesem Punkt manchmal ganz anders und bevorzugen eher ein einfaches Essen. Ihnen ist an diesem Tag das Gefühl des Zuhauseseins, des Sich-Wohl-Fühlens näher als das Bedürfnis nach einem großen Essen. Ihre Menüwünsche stehen nicht selten in einer gewissen Spannung zu den Erwartungen der Erwachsenen. Vielleicht lässt sich ein Mittelweg finden.

Möglicherweise wollen Sie aber auch durch ein bewusst einfaches Essen Zeichen setzen, indem Sie mit einem Teil des eingesparten Geldes an einer Stelle, die der Konfirmand oder die Konfirmandin auswählt, helfen.

Geschenke

Schenken Sie doch einmal Erlebnisse statt Gegenstände! Wie wär es mit einer besonderen Reise, bei der die Konfirmandin / der Konfirmand das Ziel bestimmen darf?

Ein besonderer Tag

Die Konfirmation ist ein besonderer Tag. Den Tag der Taufe haben die Konfirmandinnen und Konfirmanden meist nicht bewusst miterlebt. Sie sind auf Ihre Erinnerungen angewiesen. Den Tag der Konfirmation können sie bewusst miterleben, gestalten und dokumentieren. Irgendwann kommt die Zeit, wo sie gerne auf solche Dokumente zurückgreifen. Als Eltern können Sie zum Beispiel:

  • Die Samstag/Sonntag–Ausgabe Ihrer Zeitung aufbewahren. In 15 Jahren ist das eine Rarität und ein Stück Geschichte.
  • Eine Gäste–Liste zusammenstellen, die Sie ebenfalls aufbewahren.
  • Jeden Gast bitten, ein Foto von sich mitzubringen. Die Konfirmandin, der Konfirmand kann daraus eine Collage der Gäste in ein Album eintragen.
  • Nicht mit Fotos oder Film sparen. Der Tag kommt nicht wieder!
  • Die Konfirmationspredigt in das Album heften.
  • Eine kleine Wandzeitung machen, auf der sich die Gäste „verewigen“ können: „Meine Gäste am Konfirmationstag“.
  • Auf einem Blatt Papier besondere Vorkommnisse des Tages, das Wetter etc. festhalten.
  • Aufschreiben, was es zu essen gab (auch die Rechnung?).
  • Die Geschenke und die Schenkenden notieren.
  • Ihre Wohnung von innen und außen fotografieren. Die meisten Konfirmandinnen und Konfirmanden werden in 15 Jahren nicht mehr da wohnen und sind dann dankbar.

 

Den Anlass zum Thema machen

  • Laden Sie bitte alle Gäste der Feier auch zum Gottesdienst ein.
  • Begrüßungsrede beim Mittagessen
    (je nach Familientradition besinnlich oder lustig oder evtl. beides)
  • Schreiben Sie eine „Wandzeitung“ oder ein kleines Heft mit dem Konfirmandenspruch Ihres Kindes. Jeder Gast ist eingeladen, zu diesem Konfirmandenspruch etwas dazuzuschreiben: Wünsche, Bitten, Erfahrungen, Kritik.
  • Wenn es bei Ihnen nicht (mehr) üblich ist, könnte am Tag der Konfirmation vielleicht jemand anderes ein Tischgebet sprechen, möglicherweise die Paten, oder singen Sie vor oder nach dem Essen eines der Lieder, das die Konfirmanden gesungen haben.
  • Erzählen Sie (oder die Paten) vom Tauftag. Erinnern Sie sich noch an das Datum? An besondere Vorkommnisse? An den Pfarrer oder die Pfarrerin? An den Taufspruch?
  • Erzählen Sie von Ihrer eigenen Konfirmation. Oder bitten Sie die Gäste vorher, ein Bild vom Tag ihrer Konfirmation (Kommunion, Firmung) mitzubringen und dann zu erzählen.
  • Wer weiß in der Runde noch seinen Konfirmationsspruch?

 

Ideen für den Nachmittag

Auch hier steht die Konfirmandin, der Konfirmand im Mittelpunkt. Sie spüren als Eltern schon, wann es zu viel wird oder langweilig. Sie können Ihr Kind in den Mittelpunkt stellen, indem Sie:

  • Dias zeigen vom bisherigen Leben Ihres Kindes (Tipp: unbedingt mit dem/der Jugendlichen vorher besprechen. Nicht alle vierzehnjährigen
    finden ihre Babybilder goldig und wollen, dass sie gezeigt werden.)
  • Fotos zeigen
  • vom Tauftag erzählen
  • vom ersten Schultag erzählen
  • Gäste bitten, Fotos von dem/der Konfirmanden/in mitzubringen, die sie im Laufe der Zeit gemacht haben
  • Spiele suchen, die sich in einer großen Runde eignen
  • Lieder zusammenstellen
  • auf jeden Fall aber mit Ihren Kindern zusammen das Programm des Tages entwerfen.
  • Ein Buch auslegen, in das jeder für den Konfirmanden eintragen kann: „Das schätze ich an Dir…“
  • Konfirmationsbaum: An die Gäste werden aus Tonpapier ausgeschnittene Äpfel verteilt. Auf diese Äpfel können Wünsche für den Konfirmanden/die Konfirmandin aufgeschrieben werden. Man kann die Äpfel dann einzeln an einem großen gemalten oder gebastelten Baum aufhängen und dazu den Wunsch auch vorlesen.
  • Gästequiz: Man bereitet ein Quiz vor, bei dem alle Gäste erraten werden müssen. Die Auflösung des Quizes ist gleichzeitig eine Gästevorstellung.
  • Quizfragen zum Konfirmanden/zur Konfirmandin: Die Gäste können testen, wie gut sie den Konfirmanden/die Konfirmandin (noch) kennen. Fragen können sich beziehen auf frühere und aktuelle Vorlieben oder Abneigungen
    des/der Jugendlichen (z. B. Essen, Filme, Bücher, Lehrer/innen). Ebenso
    können wichtige Erlebnisse und Ereignisse aus dem Leben des Konfirmanden/der Konfirmandin vorkommen. (Preise für den Sieger/die Siegerin nicht vergessen!)
  • Postkarten vorbereiten: Ein Jahr lang soll der Konfirmand/die Konfirmandin jeden Monat (bei ganz vielen Gästen jede Woche) von einem Konfirmationsgast Post bekommen. Man bereitet entsprechend zwölf (oder 52) adressierte Postkarten vor und bittet die Gäste jeweils eine mitzunehmen und im angegebenen Monat dem Konfirmanden/der Konfirmandin zu schreiben. So ‘begleiten’ die Gäste den Konfirmanden oder die Konfirmandin noch
    ein ganzes Jahr lang.
  • Lebensweg des Konfirmanden/ der Konfirmandin: Auf einem Plakat mit Daten, Fotos usw. den Lebensweg des Konfirmanden/der Konfirmandin gestalten.
  • Zum gemeinsamen Abschluss des Festtages könnte man einige Lieder singen und/oder ein Dankgebet sprechen.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sollen sich an diesen Tag gerne erinnern.